Darmkrebsmonat März 2020 | Frelix Burda Stiftung | Eine Darmspiegelung kann Leben retten

Eine Darmspiegelung kann Leben retten!

Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen wie bei Darmkrebs.

Die Felix Burda Stiftung engagiert sich daher seit 2001 für die Kommunikation der Darmkrebs-Vorsorge und -Früherkennung. Zu den jährlichen Projekten der Stiftung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März, der Felix Burda Award, die Initiative für Betriebliche Prävention, Europas größtes Darmmodell und der Gesundheits-Butler APPzumARZT fürs Smartphone.

Jährlich werden ca. 60.400 Menschen in Deutschland mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert und rund 24.300 Menschen sterben an den Folgen dieser Erkrankung. Das müsste nicht sein, denn bei frühzeitiger Diagnose ist die Krankheit zu 100% verhinderbar oder heilbar. Darmkrebs-Vorsorge kann vor dieser Erkrankung sehr gut schützen, doch gehen viel zu wenige Menschen regelmäßig zur Vorsorge, da sie keine Beschwerden haben.

Darmkrebsmonat März 2020 – Ein Projekt der Felix Burda Stiftung

Die Aufklärung der Bevölkerung und die Motivation zur unverkrampften Beschäftigung mit dem Thema ist die Aufgabe des diesjährigen Darmkrebsmonat März – ins Leben gerufen durch die Felix Burda Stiftung.

Die Felix Burda Stiftung hat seit fast 20 Jahren das Ziel, die Anzahl der jährlichen Darmkrebs-Toten in Deutschland deutlich zu senken. Die Stiftung wurde aus persönlichen Antrieb von Dr. Christa Maar und Prof. Dr. Hubert Burda gegründet, in Gedenken an ihren an Darmkrebs verstorbenen Sohn Felix. Bereits in 2002 erreichte die Stiftung die Einführung der Vorsorgekoloskopie als eine gesetzliche Leistung jeder Krankenkasse, wodurch seit 2002 rund 139.000 Todesfälle und 290.000 Neuerkrankungen verhindert werden konnten.

Präventiophobie – die einzige Angst, die tödlich sein kann

Eine Phobie ist eine Angst, die verschiedene Formen annehmen kann. Manchmal erscheint sie wie ein Ekel. Manchmal ist sie etwas schräg. Doch Präventiophobie ist die einzige Phobie, die sogar tödlich sein kann! Denn wenn die Angst vor der Vorsorge fast größer ist als die Angst vorm Darmkrebs selbst, sprechen Mediziner von Präventiophobie. Die Felix Burda Stiftung will auf diesem Weg so viele Menschen wie möglich erreichen und vermitteln, dass die Verdrängung der Darmkrebs-Vorsorge keinen Schutz vor dem Krebs bietet, und dass Prävention auch schon dann betrieben werden muss, wenn man noch keine Beschwerden hat.

Darmkrebsvorsorge

Mit unserem Darm beschäftigen wir uns ungern. Und Krebs? – Erst Recht nicht. Das sollten wir aber. Denn weltweit erkranken jedes Jahr 1,4 Millionen Menschen neu an Darmkrebs, allein in Deutschland sind es jährlich mehr als 60.000. Doch das müsste nicht sein. Im Kampf gegen Darmkrebs haben wir eine echte Chance. Die wichtigste Waffe ist die Früherkennung. Denn rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs harmlos. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Mit einer Darmspiegelung, der Koloskopie, können diese Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden – und zwar schon bevor sie zu Krebs werden.

Was ist Darmkrebs?

Der Begriff Darmkrebs bezeichnet einen bösartigen Tumor im Dickdarm oder Mastdarm. Bösartige Tumoren im Dünndarm sind im Gegensatz dazu äußerst selten. Ärzte und Wissenschaftler benutzen die folgenden Fachbegriffe:

  • Kolonkarzinom bedeutet Dickdarmkrebs
  • Rektumkarzinom bedeutet Mastdarmkrebs
  • Kolorektales Karzinomist der Begriff, der Dickdarm- und Mastdarmkrebs zusammenfasst

Darmkrebs entsteht aus gutartigen Vorstufen

Darmkrebs zählt zu den am besten erforschten Krebsarten beim Menschen. Man weiß heute, dass ca. 90% der Darmkrebserkrankungen sich aus zunächst gutartigen Darmpolypen entwickeln. Diese Entartung vom Darmpolyp (Adenom) zum Krebs (Karzinom) kann rund 10 Jahre dauern. Wissenschaftler bezeichnen diese Entwicklung als Adenom-Karzinom-Sequenz. Ursache dafür sind aufeinander folgende Genveränderungen (Mutationen) an den Schleimhautzellen der Darmwand. Sie führen schließlich zum Verlust der natürlichen Wachstumskontrolle der Zellen, sodass diese sich als Krebszellen bösartig und zerstörerisch ausbreiten können.

Wer ist betroffen?

Darmkrebs ist bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebsart. Jährlich erkranken in Deutschland circa 60.400 Menschen neu daran, etwa 24.300 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen der Erkrankung. Grundsätzlich gilt: Jeder kann in jedem Alter Darmkrebs bekommen. Bestimmte Personengruppen aber haben ein besonders hohes Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu. Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge sind daher alle Menschen ab 50 aufgerufen, an der Darmkrebsfrüherkennung teilzunehmen. Aber: auch jüngere Menschen können betroffen sein, wenn sie familiär vorbelastet sind.

Vorsorge und Früherkennung

Darmkrebs ist eine „stille“ Krankheit. In den meisten Fällen gibt es keine Warnzeichen.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten aber entsteht Darmkrebs aus Vorstufen, den Polypen. Diese sind lange gutartig bevor sie zu Krebs entarten. Man schätzt, dass dieser Vorgang etwa zehn Jahre dauert – viel Zeit, um die Krebserkrankung zu verhindern. Die Früherkennung ist deshalb eine der wichtigsten Waffen gegen den Krebs. Mithilfe von Vorsorgeuntersuchungen können diese Vorstufen bereits entdeckt und entfernt werden – noch bevor sie zu Krebs werden.

Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden, um Darmkrebs(-vorstufen) zu erkennen.
Die sicherste Methode ist die Darmspiegelung, die Koloskopie.

Neu seit April 2019: 

Männer haben ab 50 Jahren alternativ zum Stuhltest auch einen Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren. Wird das Angebot erst ab dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen, haben sie Anspruch auf nur eine Früherkennungskoloskopie.

Diese Neuregelung ergänzt das bisherige Screening-Programm zur Darmkrebsvorsorge:

Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen iFOBT (immunologischen Stuhltest) durchführen lassen.

Frauen haben wie gehabt erst ab einem Alter von 55 Jahren Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren. Auch hier gilt: Wird das Angebot erst ab dem 65. Lebensjahr genutzt, besteht nur Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie.

Ab 55 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen iFOBT, solange noch keine Früherkennungskoloskopie in Anspruch genommen wurde.

Bei einem auffälligen Stuhltest besteht immer (!) Anspruch auf eine Abklärungskoloskopie.

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen.

Ab welchem Alter sollte ich zur Darmkrebsvorsorge gehen?

Ab dem Alter von 50, wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt. Die Krankenkasse zahlt ab diesem Alter für Männer die Vorsorgekoloskopie und für Frauen einen Stuhltest, mit dem sich versteckte Spuren von Blut im Stuhl erkennen lassen. Diese können ein Anzeichen für Polypen oder ein Karzinom sein. Ab dem Alter von 55 Jahren haben Frauen Anspruch auf eine Darmspiegelung. Mit dieser lassen sich gutartige Vorstufen von Darmkrebs erkennen und entfernen. Ein bereits vorhandener Krebs wird bei der Vorsorgedarmspiegelung mehrheitlich so früh erkannt, dass er komplett geheilt werden kann. Wenn aufgrund von Darmkrebs in der Familie oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ein erhöhtes Risiko vorliegt, sollten Sie wesentlich früher, bei Darmkrebs in der Familie spätestens mit 40 bis 45 Jahren eine Darmspiegelung machen.

Gibt es Symptome für Darmkrebs?

Symptome für Darmkrebs treten oft erst dann auf, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Es empfiehlt sich aber, bei allen länger anhaltenden Beschwerden und Unregelmäßigkeiten des Verdauungstrakts einen Arzt aufzusuchen. Der Facharzt für Untersuchungen des Verdauungstrakts ist der Gastroenterologe. Er wird mit Ihnen zusammen entscheiden, welche Untersuchungen zur Abklärung Ihrer Beschwerden gemacht werden sollten.

Symptome, die die Durchführung einer Darmspiegelung notwendig machen, sind zum Beispiel:

  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Auffällige Veränderungen der Stuhlgewohnheiten wie zum Beispiel Durchfall und Verstopfung im Wechsel
  • Anhaltende Schmerzen im Bauchbereich

Woher weiß ich, ob ich familiär belastet bin?

Bei etwa 30 Prozent der Darmkrebserkrankungen sind Darmkarzinome und Darmpolypen bereits bei anderen Familienmitgliedern aufgetreten. Dies bedeutet für alle direkten Verwandten der Betroffenen – das sind Eltern, Geschwister und Kinder -, dass sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Nur ein direkter Verwandter mit Darmkrebs erhöht das eigene Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung um das Zwei- bis Dreifache. Wenn Sie familiär belastet sind, sollten Sie frühzeitig eine Darmspiegelung durchführen lassen. Ein Stuhltest ist dann auf jeden Fall nicht zu empfehlen, weil sich damit nicht alle vorhandenen Polypen und Karzinome erkennen lassen.

Ist die Darmspiegelung schmerzhaft?

Ihr Arzt/ Ihre Ärztin wird Ihnen eine Injektion anbieten, mit der Sie in einen kurzen Dämmerschlaf versetzt werden. Sie werden die Untersuchung dann im wahrsten Sinn des Wortes verschlafen. Die gesamte Untersuchung dauert nicht länger als circa 20 Minuten.

Reicht ein Stuhltest bei meinem Hausarzt nicht zur Vorsorge aus?

Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl bietet keine Sicherheit, dass sich in Ihrem Darm nicht evtl. doch ein Karzinom oder Polypen gebildet haben. In dem Test finden sich nur dann Blutspuren, wenn vorhandene Tumore und Polypen gerade bluten, was diese aber nicht immer tun. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, den Test jedes Jahr zu wiederholen. War ein Test positiv, muss die Ursache unbedingt durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Diese ist die effektivste Vorsorgemethode, da sich mit ihr bereits die gutartigen Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) erkennen lassen. Durch Entfernung der Vorstufen wird verhindert, dass die Polypen später zu Krebs entarten.

Kann der Darm bei der Untersuchung verletzt werden?

In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sehr sichere und schonende Untersuchungsmethode. Komplikationen können aber in Ausnahmefällen auftreten.

 Wie oft sollte ich zur Darmspiegelung gehen?

Im Normalfall reichen die Empfehlungen der gesetzlichen Krankenkassen aus: erste Vorsorgedarmspiegelung für Männer mit 50 für Frauen mit 55 Jahren, bei befundloser Darmspiegelung eine Wiederholung nach 10 Jahren. Anders ist es im Fall eines erhöhten Risikos. Hier gelten individuelle Empfehlungen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten.

 Kann ich nach der Untersuchung arbeiten?

Ohne die Dämmerschlafspritze ist man nach einer Darmspiegelung voll arbeitsfähig. Wenn Sie hingegen die angebotene Kurznarkose in Anspruch nehmen, sind Sie danach nicht sofort wieder arbeitsfähig. Sie dürfen auch nicht Auto fahren und werden gebeten, sich möglichst von einer Begleitperson in der Praxis abholen zu lassen.

Wenn ein Polyp bei mir gefunden wird, wie wird er entfernt?

Die bei der Darmspiegelung erkannten Polypen werden während der Untersuchung entfernt. Der Darm ist schmerzunempfindlich, so dass die Prozedur keine Schmerzen verursacht. Über den Arbeitskanal des Endoskops wird eine feine Drahtschlinge vorangeschoben, um den Polypen gelegt und zugezogen. Für einen kurzen Moment wird dabei ein Hochfrequenz-Strom durch die Drahtschlinge geleitet. Durch die Hitzeeinwirkung wird der Polyp abgeschnitten und die Blutgefäße werden verschlossen. Der abgeschnittene Polyp wird dann zusammen mit dem Endoskop aus dem Darm herausgezogen. Anschließend wird der Polyp zur feingeweblichen Untersuchung ins Labor geschickt. Dort wird analysiert, ob bereits Krebszellen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt werden konnte.

Wer bezahlt die Darmspiegelung?

Da die Vorsorgedarmspiegelung eine gesetzliche Leistung ist, entstehen Ihnen keine Kosten. Männer haben auf diese Untersuchung ab dem 50. Geburtstag, Frauen ab dem 55. Geburtstag Anspruch und können sie nach 10 Jahren kostenfrei wiederholen.

Quelle:

www.felix-burda-stiftung.de

www.felix-burda-stiftung.de/darmkrebsvorsorge