• Begriffserläuterung

    Von funktionellen Magenstörungen bzw. Dyspepsie spricht man bei Beschwerden wie Völlegefühl nach dem Essen, frühes Sättigungsgefühl, Aufstoßen, Schmerzen und/oder Brennen in der Magengrube (epigastrisch) vor allem in Belastungssituationen, ohne dass in gewissenhaft durchgeführten Untersuchungen wie Labor- und Ultraschalluntersuchungen und einer Magenspiegelung auffällige Befunde festgestellt werden.

  • Ursachen

    Den Beschwerden einer funktionellen Dyspepsie liegen meist Störungen der Magenentleerung, messbare Motilitätsstörungen (Bewegungsmuster der Magenwand) sowie Anpassungsstörungen des Magens an Nahrungsaufnahme mit verminderter oder gestörter Dehnbarkeit zugrunde. Daneben können auch Nervenstörungen Ursache solcher Beschwerden sein. Zuletzt sind noch Störungen in der Schmerzwahrnehmung im Gehirn anzuführen.

  • Häufigkeit

    Genaue Häufigkeitsangaben sind nicht möglich, allgemein schätzt man, dass bei ca. 50% der Patienten mit Oberbauchbeschwerden funktionelle Ursachen zugrundeliegen. Insgesamt meint man, dass 20-40% der Bevölkerung immer wieder an unspezifischen Magenbeschwerden leiden.

  • Untersuchungen

    Eine funktionelle Dyspepsie ist grundsätzlich eine Ausschlussdiagnose. So sollten alle Oberbauchbeschwerden, die länger als 4 bis 6 Wochen andauern gewissenhaft abgeklärt werden. Dazu zählen die Befragung (Anamnese), die körperliche Untersuchung, Ultraschall und Blutuntersuchung sowie die Magenspiegelung einschließlich von Gewebeproben.

  • Behandlung

    Die Behandlung der funktionellen Dyspepsie richtet sich nach dem führenden Beschwerdebild und kann einen Säurepumpenhemmer, ein motlilitätsförderndes Medikament (zur beschleunigten Magenentleerung) oder ein schmerzlinderndes Medikament (ohne schleimhautschädigende Nebenwirkung) beinhalten. Daneben sind Änderungen der Ernährung und kurzfristige psychotherapeutische Ansätze sinnvoll. Auch komplementäre medizinische Verfahren wie Osteopathie können eine Linderung erzielen.

  • Kontrollen

    Grundsätzlich sind keine weiteren Kontrollen bei gewissenhaften Voruntersuchungen notwendig. Bei Hinzukommen von Alarmsymptomen wie schwarzer Stuhlgang (Teerstuhl, Meläna), Bluterbrechen (Hämetemesis), Gewichtsabnahme, Leistungsknick, Nachtschweiss u.ä. sollte eine erneute Magenspiegelung und ggf. weitere Abklärung erfolgen. Im Vordergrund steht aber bei Fehlen dieser Alarmzeichen die Beruhigung des Patienten und das Fördern einer „wohltuenden“ Lebensführung.

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