• Begriffserläuterung

    Entzündungen des Dickdarmes spielen eine wichtige Rolle in den Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Dabei kann es zu entzündlichen Reaktionen der Schleimhaut alleine, aber auch zu Entzündungen tieferer Schichten der äußeren Muskelschicht kommen. Durch die Entzündungsreaktionen können Durchfälle mit Wasser- und Elektrolytverlusten (Salze, die der Körper dringend benötigt) aufgrund einer Funktionsstörung der Darmschleimhaut auftreten, daneben sind Blutungen und Schleimabgänge mit dem Stuhl sowie Schmerzen im Bauchraum häufige Beschwerden. Darmentzündungen können akut und zeitlich begrenzt in Erscheinung treten oder auch chronisch bis lebenslang in unterschiedlicher Stärke vorhanden sein.

  • Ursachen

    Am häufigsten sind Darmentzündungen aufgrund von Infektionen mit Erregern wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Würmer. Sie verlaufen meist akut, sind zeitlich begrenzt und müssen nur selten medikamentös behandelt werden. Daneben können Medikamente (Antibiotika, Schmerzmittel), Durchblutungsstörungen, Vergiftungen, Operationen, Nervenerkrankungen und Erkrankungen anderer Organe (Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallensystem) ursächlich sein. Eine große Gruppe stellen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und mikroskopische Kolititis dar. Hier kommt es aufgrund einer Fehlregulation der Körperabwehr zu einer andauernden, unkontrollierten Entzündungsreaktion, die bis zur vollständigen Zerstörung von Darmanteilen führen kann.

  • Häufigkeit

    Es gibt Angaben, die schätzen, dass bis zu 30% der deutschen Bevölkerung einmal im Jahr eine Episode mit Beschwerden einer Darmentzündung haben, in überwiegender Zahl ausgelöst durch Erreger und meist harmlos, aber unangenehm. Die weiteren Arten von Darmentzündungen sind deutlich seltener. Grundsätzlich muss bei Beschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen, die länger als 6 Wochen anhalten, eine weitere Abklärung erfolgen, bei Blut- und Schleimabgang, Fieber oder starker, bedrohlicher Beschwerdesymptomatik umgehend.

  • Untersuchungen

    Eine Befragung und körperliche Untersuchung sind die Grundlagen der Abklärung von entzündlichen Darmerkrankungen. Ergänzend werden der Ultraschall des Bauchraumes, Blut- und Stuhluntersuchungen sowie endoskopische Verfahren wie (Magen- und) Darmspiegelungen eingesetzt. Natürlich sind auch bei bestimmten Fragestellungen die radiologischen Verfahren wie CT und MRT sehr hilfreich. Bei schwerwiegenden Entzündungen helfen feingewebliche Untersuchungen von Gewebeproben aus dem Darm gut weiter. Entscheidend ist hier die sorgfältige und vollständige Durchführung der Untersuchungen und die Erfahrung des Untersuchers. Manche Erkrankungen können auch erst im Verlauf nach mehrmaliger Kontrolle gefunden oder sicher beschrieben werden.

  • Behandlung

    Die meisten infektiösen Erkrankungen bedürfen keiner speziellen Therapie, auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser, Salzen und „Brennstoff“ (Nahrung) sollte immer geachtet werden, v.a. bei sehr jungen und alten Menschen. Bei bestimmten entzündlichen Darmerkrankungen sollten die auslösenden Ursachen wie Medikamente abgesetzt werden, bei manchen sind spezielle medikamentöse Therapien notwendig. Selten sind Gefäßeingriffe oder andere Operationen oder Interventionen nötig. Je nach Erkrankung sollte die Behandlung von einem Spezialisten mit ausreichender Erfahrung erfolgen.

  • Kontrollen

    Die meisten infektiösen Darmerkrankungen erfordern keine weiteren Kontrolle, manchmal ist der Nachweis der „Erregerfreiheit“ im Stuhl notwendig. V.a. die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bedürfen allerdings einer langfristigen regelmäßigen Kontrolle durch einen Spezialisten.

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