• Begriffserläuterung

    Bei Darmkrebs handelt es sich um eine unkontrollierte Vermehrung bösartig entarteter Zellen des Dickdarmes, meist auf dem Boden von Adenomen (Polpyenart). Bis 90% der Kolonkarzinome sind Adenokarzinome, daneben spielen muzinöse (schleimbildende) und sog. Siegelringkarzinome noch eine Rolle. Äußerst selten sind Plattenepithel-, undifferenzierte oder kleinzellige Karzinome. Die genaue Art muss vom Pathologen im Rahmen der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung festgelegt werden, hier stehen mittlerweile noch weitere Methoden zur Unterscheidung zur Verfügung (z.B. Immunhistochemie, Nachweis von bestimmten Zellbestandteilen mittels Antikörperbindung). Wichtige Unterscheidung ist weiterhin die Lage des Karzinoms im Dickdarm, hier v.a. rechts- oder linksseitig bzw. im Enddarm (Rektumkarzinom).

  • Ursachen

    Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs ist das Alter und die im Einzelfall bestehende Neigung zur Polypenbildung, die familiäre Anamnese auf Polypen und Kolonkarzinome. Daneben führen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Adipositas (starkes Übergewicht), bestimmte entzündliche Darmerkrankungen, Darmpolypen in der Vorgeschichte, Alkohol, häufiger Verzehr von rotem Fleisch, Rauchen und Bewegungsmangel zu einer Erhöhung dieses Risikos.

  • Häufigkeit

    Ca. 15% aller Tumorarten bei uns sind Darmkrebsfälle (Kolorektales Karzinom), das Lebenszeitrisiko für ein kolorektales Karzinom liegt bei 5-6%, d.h. das 5 bis 6 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs erkranken. Jährlich treten in Deutschland etwa 60.000 Neuerkrankungen an Darmkrebs auf, dies sind bei Frauen und Männern jeweils die zweithäufigsten Krebsarten. Die 5-Jahres-Heilungsrate (in der Medizin gebräuchliche Größe zum Vergleich der Therapieverfahren und zur Prognoseerhebung) für lokal begrenzte, nicht in die Umgebung oder andere Organe streuende Karzinome liegt bei bis 100% und sinkt schrittweise auf unter 30% bei fortgeschrittenen, großen und in die Umgebung und die Ferne streuende Karzinome.

  • Untersuchungen

    Wie bei den Darmpolypen sind auch hier die Stuhluntersuchung mit einer geringen Trefferquote möglich. Auch die Kapselendoskopien und die radiologischen Verfahren wie CT- und MRT-Kolonografie können Kolonkarzinome in einer guten Qualität nachweisen. Absolut notwendig ist allerdings der feingewebliche Nachweis eines Kolonkarzinoms und seine genaue Charakterisierung. Hierzu ist eine Endoskopie als konventionelle Untersuchung mit der Möglichkeit der Gewebeentnahme unabdingbar. Daneben kann hier eine lokale Kennzeichnung/Markierung mit einem Metallclips oder einer Anfärbung mit z.B. medizinischer Tusche vorgenommen werden. Zuletzt sei noch auf die Möglichkeit der endoskopischen Therapie mit einer Abtragung des lokal begrenzten Karzinoms hingewiesen.

  • Behandlung

    Kleine, lokal auf die Schleimhaut begrenzte Kolonkarzinome können endoskopisch ohne Operation gut und ausreichend behandelt werden. Meistens ist allerdings eine operative Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand und Mitentfernung der Umgebung (z.B. Lymphknoten, sog. onkologische Resektion) notwendig. Zusätzlich können medikamentöse Zusatztherapien (Chemotherapie, ggf. mit Antikörpergabe) und im Enddarm Bestrahlungsverfahren angeraten sein. Auch hier ist eine gewissenhafte Voruntersuchung und eine individuelle Therapieplanung von einem erfahrenen Behandlerteam (Tumorboard) dringend notwendig.

  • Kontrollen

    Nach einer Darmkrebserkrankung ist abhängig vom Stadium eine regelmäßige, anfangs engmaschige Nachkontrolle üblich. Diese beinhaltet die Befragung und körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, Röntgenkontrollen des Brust- und Bauchraumes, meist als CT sowie Darmspiegelungen (Koloskopien). Stuhluntersuchungen haben auch hier keinen wirklichen Stellenwert.

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