• Begriffserläuterung

    Es handelt sich um Erkrankungen am Übergang vom Enddarm zum After und beschreibt eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen. Am häufigsten sind hier Hämorrhoidalleiden (Schleimhautvorwölbungen über dem venösen Gefäßgeflecht im Übergangsbereich Enddarm/ Analkanal), Schleimhauteinrisse (Fissuren), Gangbildungen meist im Rahmen von Entzündungen (Fisteln) sowie oberflächliche Hautreizungen (Analekzem). Daneben gibt es noch seltenere, manchmal auch bösartige Erkrankungen in diesem Bereich (Analpapillome, Analkarzinom).

  • Ursachen

    Neben Ernährungsgewohnheiten, mangelnder Bewegung, Übergewicht und fehlender Zeit für eine regelmäßige Stuhlentleerung spielen Analpflege, häufige Wasseranwendung, Benutzen von Feuchttüchern und anderen Cremes und Salben eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Enddarm- und Analbeschwerden. Ein überzogenes Reinlichkeitsbedürfnis sowie geschickte Werbestrategien der Kosmetikbranche verstärken diesen Trend. Daneben können auch verschiedene Grunderkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu Veränderungen in diesem Beeich führen, v.a. Fisteln bei Morbus Crohn.

  • Häufigkeit

    Fast jeder Mensch in unserer Zivilisation hat ein oder mehrmals Beschwerden wie anales Jucken und Brennen, Schmerzen vor, während oder nach der Stuhlentleerung, Blut am Toilettenpapier und Nässen am After.

  • Untersuchungen

    Neben der Befragung und körperlichen Untersuchung ist die Inspektion des Perianalbereiches (After und seine Umgebung), die anale Austastung mit dem Fingerling sowie die Proktoskopie mit dem starren Gerät grundlegend. So kann ein umfassender Eindruck dieses Bereiches gewonnen werden. Nur selten ist bei isolierten Enddarmbeschwerden eine vollständige Koloskopie (Wichtig: Immer bei analem Blut!) nötig.

  • Behandlung

    Wir empfehlen eine trockene Analpflege mit weichem Toilettenpapier, das Meiden von starkem mechanischem Druck, das dünne Auftragen von Vaseline am Ende des Reinigungsvorganges zur Stärkung der analen Haut sowie das Meiden von häufigem Reinigen mit Wasser und das Meiden der Anwendung von Feuchttüchern. Hämorrhoiden können mit Gummibändern abgebunden werden, in schwereren Fällen muss eine Operation überlegt werden. Fissuren und Fisteln können nach sorgfältiger Untersuchung meist ohne Operation behandelt werden, hier bedarf es manchmal großer Geduld. Operationen sollen, wenn wirklich nötig aufgrund der schwierigen anatomischen Verhältnisse und hohen Komplikationsraten nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

  • Kontrollen

    Hämorrhoiden sollten in größeren Abständen bei Beschwerden kontrolliert und wiederholt behandelt werden. Fisteln sind regelmäßig auf Entzündungszeichen (Abszess, Phlegmonen) zu kontrollieren. Ansonsten ist große Zurückhaltung geboten und nur bei Beschwerden und gutem Grunde eine Therapie einzuleiten.