Bauchspeicheldrüse


Begriffserläuterung

Häufigste Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) sind Entzündungen, akut oder chronisch auftretend, daneben gibt es immer Organveränderungen, die gutartig oder aber bösartig (Pankreaskarzinom) sein können. Ausdruck einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse können Schmerzen und Abflussstörungen der Gallenwege sein, da der große Gallengang direkt im Bereich der Kopfes der Bauchspeicheldrüse entlang läuft. Neben den Hormonen, die in der Bauchspeicheldrüse produziert werden (z.B. Insulin), werden Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm abgegeben, eine Verminderung dieser kann zu schweren Störungen in der Nahrungsaufnahme führen.

Ursachen

Häufigste Ursache für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind in unseren westlichen Industrienationen Alkohol, Tabakrauch, Ernährung und genetische Faktoren, in den letzen Jahren sind auch Autoimmunphänomene bekannt geworden. Daneben spielen Medikamente und Blutfette eine wichtige Rolle. Bei der akuten Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) ist häufig ein gallensteinleiden mit Verlegung der Ganges der Bauchspeicheldrüse ursächlich.

Häufigkeit

Ca. 10-20 Fälle einer akuten Pankreatitis treten bei 100.000 Einwohnern pro Jahr auf, meistens sind dies Männer, es treten etwa halb so viele Fälle an chronischer Pankreatitis jährlich auf. Das Pankreaskarzinom (Krebs der Bauchspeicheldrüse) ist nach Darm- und Magenkrebs die dritthäufigste Tumorart im Verdauungstrakt mit ca. 15 Fällen auf 100.000 Einwohner pro Jahr.

Untersuchungen

Führend ist auch hier der Ultraschall, von der Bauchhaut aus oder endoskopisch mit einem Schallkopf an einem speziellen Endoskop von Magen oder oberen Dünndarm aus. Hier besteht auch die Möglichkeit der Organpunktion. Ergänzend sind hier CT und MRT, die Laboruntersuchung des Blutes und des Stuhles sind hier zu nennen. Grundlegend auch hier die Befragung und körperliche Untersuchung.

Behandlung

Bei entzündlichen Veränderungen müssen die auslösenden Substanzen gemieden und abgesetzt werden, Schmerzmittel- und Flüssigkeitsgabe sind v.a. anfangs sehr wichtig. Daneben können auch endoskopische Verfahren mit einer Öffnung eines verschlossenen Ganges oder Einlage eines Platzhalters eingesetzt werden. Häufig müssen fortgeschrittene entzündliche Veränderungen auch operiert werden. Beim Pankreaskarzinom steht die operative und medikamentöse Therapie (Chemotherapie) im Vordergrund. Alle diese Therapien benötigen ein interdisziplinäres erfahrenes Team.

Kontrollen

Hier stehen vor allem Laborkontrollen im Vordergrund, die Aufschluss über Funktionsstörungen geben können. Alle Bildgebungen (Ultraschall, CT, MRT) werden bei unklaren Verläufen regelmäßig eingesetzt. Auch hier steht die Befragung und körperliche Untersuchung am Anfang der Untersuchungen.